Morgens bist Du weniger flexibel - praktiziere lieber sanft

Um zu verstehen, warum sanftes Yoga am Morgen gesünder ist, betrachten wir zunächst unsere Bandscheiben. Sie sind die Pufferzonen zwischen zwei Wirbelkörpern der Wirbelsäule. Bandscheiben verteilen die Last, die auf die Wirbelsäule bei all unseren Bewegungen ausgeübt wird. Der innere Kern der Bandscheibe ist mit Wasser gefüllt. Vielfältige Bewegung sorgt für die Zufuhr von Flüssigkeit und Vitalstoffen, die eine gesunde Bandscheibe braucht. Nachts werden sie nicht belastet und können sich gut erholen. Sie saugen sich mit Flüssigkeit voll und sind am Morgen praller. Wie ein Schwamm. Dadurch bist Du morgens in etwa 1 – 3 cm länger und meist auch steifer.

Zusätzlich sind die Wirbelsäulen-Bänder verlängert. Sie verbinden die knöchernen Strukturen, stabilisieren und limitieren den Bewegungsspielraum Deiner Gelenke auf ein gesundes Maß wie beispielsweise bei Vor- und Rückbeugen. Sie schützen Dich also normalerweise vor Verletzungen. Doch diese Eigenschaft fehlt ihnen nach der Bettruhe.

Nach einer längeren Ruhephase brauchen Deine Bandscheiben und Bänder Zeit, um auf Normalhöhe bzw. -länge zurückzukommen. Den Bandscheiben hilft es, sanften Druck und Zug auszuüben, wie bei der Katze und Kuh. Die Bänder brauchen einfach nur Zeit zum Schrumpfen.

Gib Deinen Bandscheiben Zeit

Es tut Deinem Körper gut, wenn Du Dich erst einmal im Bett sanft räkelst und bewusst achtsam aufstehst. Vermeide es gleich von der Bettkante auf die Matte zu gehen. Bewege Dich ganz normal, dusche, putze die Zähne etc.. Falls Du am liebsten morgens praktizierst, beginne mit sanften stabilisierenden und mobilisierenden Asana. Meide die vollendeten Vor- oder Rückbeugen. Lass die Bewegungen und den Atem mühelos fließen.

Durch sanfte und stressfreie Be- und Entlastung normalisiert sich der Flüssigkeitsstand in den Bandscheiben und die Bänder entspannen sich. Nun kannst Du nach und nach den Bewegungsumfang steigern ohne Ehrgeiz – weniger ist mehr und gesund.

Ideen für's Wachwerden und Dein Yoga am Morgen

  • Räkeln und schütteln
  • Berghaltung, Helden oder Hockstellungen nah an der Neutralstellung der Wirbelsäule
  • Arme auf unterschiedlichste Weise anheben
  • Heuschrecke/Kobra kraftvolle Varianten üben - Oberkörper nur wenige cm anheben
  • Drehhaltungen nach und nach steigern
  • Mobilisierende Katze-Kuh-Variante - den Bewegungsumfang moderat steigern
  • Vorbeugen mit gebeugten Knien