
Folgen für die Lunge
Wenn Diabetes einem die Luft nimmt
Den meisten Menschen ist bekannt, dass Diabetes Herz, Nieren, Augen oder Nerven schädigen kann. Weniger bekannt ist jedoch, dass auch die Lunge und somit die Atmung betroffen sein können.
Studien zeigen, das bestimmte Atemwegs- und Lungenerkrankunge häufiger auftreten, schneller voranschreiten oder schwerer verlaufen. Zudem erhöht sich das Risiko für weitere Begleiterkrankungen, insbesondere für Herz-Kreislauf-Probleme.
Da Atemprobleme allerdings häufig dem Alter oder mangelnder Fitness oder dem Herz zugeschrieben werden und sich Veränderungen sehr langsam entwickeln, werden sie noch selten mit der Lunge in Verbindung gebracht. Außerderm wird die Lunge bei Diabetes noch nicht routinemäßig untersucht.
Weiteren Einfluss auf die Lungenfunktion kann ein Übergewicht haben, dass das Zwerchfell in seiner Beweglichkeit einschränkt, und diabetische Nervenschäden (Neuropathien), die die Atemmuskulatur betreffen.

Eine eingeschränkte Lungenfunktion kann die Lebensqualität langfristig deutlich mindern und die körperliche Aktivität einschränken.
Doch eine gute Blutzuckereinstellung, ausreichend Bewegung, Atemübungen zur Unterstützung von Herz und Lunge, Achtsamkeit gegenüber Atembeschwerden oder Leistungsabfall sowie regelmäßige ärztliche Kontrollen können dabei helfen, Folgeschäden durch Diabetes zu erkennen und zu vermeiden bzw. zu begrenzen.
Wenn eine diabetesbedingte Nierenerkrankung vorliegt, sollte die Lunge untersucht werden, denn sie erhöht das Risiko für restriktive Lungenerkrankungen. Erkrankungen bei denen die Lunge teilweise ihre Flexibilität verliert und die Dehnbarkeit des Lungengewebes abnimmt.
Was verändert sich in der Lunge?
In der Lunge können Prozesse ablaufen, die ihre Funktion langfristig beeinträchtigen und somit ihre Leistungsfähigkeit senken. Beispielsweise können:
- die für den Sauerstoffaustausch wichtigen, feinsten Blutgefäße geschädigt werden und der Sauerstoffaustausch sich verschlechtert.
- Entzündungsprozesse im Lungengewebe zunehmen.
- Die Elastizität der Lunge teilweise verloren gehen und ihre Dehnbarkeit abnehmen.
- Durch einen hohen Blutzuckerspiegel sowohl das Wachstum als auch die Vermehrung von Krebszellen in der Lunge begünstigt werden.
Wie äußert sich eine reduzierte Lungenfunktion?
Eine verminderte Lungenfunktion kann sich im Alltag auf unterschiedliche Weise äußern. Mögliche Anzeichen sind:
- schnellere Atemnot oder Kurzatmigkeit bei körperlicher Belastung, etwa beim Treppensteigen oder bei längeren Spaziergängen
- Erschöpfung tritt eher auf, sodass normale Alltagsaktivitäten anstrengender werden
- es ensteht das Gefühl, nicht mehr richtig durchatmen zu können
- anfälliger für Atemwegsinfekte, die häufiger auftreten oder länger andauern können.
Welche Erkrankungen der Lunge treten häufiger auf?
- Atemwegsinfekte wie Bronchitis oder Lungenentzündungen treten häufiger auf und sind oft langwieriger.
- Obstruktive Schlafapnoe, bei der es während des Schlafs wiederholt zu Atemaussetzern kommt, was die Blutzuckerregulation wiederum negativ beeinflussen kann.
- Langfristig können sich auch eine Versteifung der Lunge (Lungenfibrose) oder ein erhöhter Blutdruck in den Lungengefäßen (Lungenhochdruck) entwickeln.
Asthma und COPD verursachen zwar keinen Diabetes, beeinflussen sich aber gegenseitig. Entzündungen und Infektionen können Asthma, COPD und Diabetes verschlechtern. Medikamente wie Kortison können den Blutzucker erhöhen und somit Diabetes beeinflussen. Zudem treten Asthma und Diabetes häufiger gemeinsam auf.
Was ist eine diabetesassoziierte Pneumopathie ?
Vor allem bei langjährigem Diabetes sowie bei Patienten mit Nierenschäden (Nephropathie) oder Fettleber kommt es zu einer vermehrten Vernarbung des Lungengewebes (Fibrosierung), wodurch die Lunge fest und weniger dehnbar wird. Diese spezielle Komplikation wird als diabetesassoziierte Pneumopathie bezeichnet. Auslöser scheint ein hoher Blutzucker- und Insulinspiegel zu sein, der zu Stress in den Zellen führt, deren DNA beschädigt und somit entzündliche Signale auslöst. Das Gewebe reagiert mit Fibrose, also einer Vernarbung der Lunge. Dadurch kann die Lunge weniger Luft aufnehmen, was sich besonders bei körperlicher Anstrengung bemerkbar macht.
Zunächst macht sie sich nur als leichte Atemnot bei schnellerem Gehen oder Treppensteigen bemerkbar. Im späteren Verlauf auch bei alltäglichen Tätigkeiten.
Die Symptome sind oft unspezifisch und werden fälschlicherweise als Herzproblem gedeutet. Um die Krankheit zu diagnostizieren, ist eine Lungenuntersuchung erforderlich.









