Illustration verengtes Blutgefaess

Blutgefäße verändern sich

Blutgefäße in Bedrängnis

Gefäßschäden zählen zu den wichtigsten Ursachen für viele typische Folgeerkrankungen. Sowohl dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte als auch eine Insulinresistenz können chronische Entzündungsreaktionen in den Wänden der Blutgefäße, insbesondere der Arterien und Arteriolen, auslösen.

Arterien und Arteriolen sind Blutgefäße, die sauerstoffreiches Blut vom Herzen zu den Körperzellen transportieren. Auf diesem Weg gelangen neben Sauerstoff auch Nährstoffe und Hormone zu den verschiedenen Geweben und Organen.

Die Entzündungsreaktionen schädigen die Innenwände der Blutgefäße, wodurch die Durchblutung beeinträchtigt wird. Zwar versucht der Körper, die geschädigte Gefäßinnenwand zu reparieren, doch bei dauerhafter Belastung überwiegt der Schaden.

Illustration Arterioskleorse

Die Veränderungen der Blutgefäße sind weder schmerzhaft noch von außen sichtbar oder tastbar. Sie können bei allen Diabetesformen auftreten. Die Prozesse unterscheiden sich jedoch bei Makro- und Mikroangiopathien. Was damit gemeint ist, wird nachfolgend erkärt.

Wie stark dann die daraus entstehenden Folge- und Begleiterkrankungen ausfallen, hängt unter anderem von der Dauer der Erkrankung, der Blutzuckereinstellung, der Diabetesform und weiteren Risikofaktoren ab. Übergewicht, ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel, erhöhte Blutfettwerte und Bluthochdruck können beispielsweise das Risiko für Folgeerkrankungen bei Typ-2-Diabetes erhöhen.

Eine gute Blutzuckereinstellung und ein gesunder Lebensstil können die Risiken minimieren.

Große Gefäße – Makroangiopathien:

Häufig sind die großen Blutgefäße betroffen. Das wird als diabetische Makroangiopathie bezeichnet. Im Falle eines Typ-2-Diabetes können diese Schäden bereits 5 bis 10 Jahre vor der Diagnose beginnen.

Betroffen sind viele Gefäße, darunter die Herzkranzgefäße, die Halsschlagadern und die Beinarterien. Sind diese Gefäße geschädigt, steigt das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall oder Durchblutungsstörungen in den Beinen.

Was passiert?

  • In den Gefäßwänden lagern sich Blutfette, Eiweiße, Bindegewebe und andere Stoffe, ab. Sie bilden dort sogenannte Plaques.
  • Sie bilden sich oft an bestimmten Stellen, anfangs meist an kleinen Verletzungen oder entzündeten Stellen der Gefäßinnenwand. Zwischen den Plaques kann das Gefäß relativ normal sein.
  • Mit der Zeit können sich die Arterien an diesen Stellen verhärten und verengen, wodurch der Durchfluss behindert wird. Die Folge ist eine schlechtere Versorgung der Zellen mit Sauerstoff und Nährstoffen.
  • Zudem können Plaques aufbrechen und ein Blutgerinnsel (Thrombus) bilden, welches eine Arterie komplett verschließt. Das kann lebensgefährlich sein und eine Herzkatheterbehandlung oder Bypass-Operation erforderlich machen.

Kleine Gefäße – Mikroangiopathien:

Bei langjährig bestehendem Diabetes können auch die kleinen Blutgefäße geschädigt werden. Dieser Zustand wird als Mikroangiopathie bezeichnet.

Über die kleinen Gefäße werden besonders empfindliche Organe wie Augen, Nieren, Gehirn und periphere Nerven versorgt. Typische Folgen sind Netzhautprobleme, Nierenfunktionsstörungen, Hirninfarkte oder Nervenschäden.

Solche Veränderungen sind besonders gut in der Netzhaut des Auges sichtbar, weshalb Augenärzte und -ärztinnen sie oft als Erste erkennen.

Was passiert?

  • Chronisch erhöte Zuckermoleküle heften sich an Eiweißbestandteile der Gefäßinnenwand an.
  • Dadurch wird die Wand dicker und steifer, während der Innenraum der Gefäße meist offen bleibt – sie verstopfen also nicht.
  • Allerdings wird der Austausch zwischen Blut und Gewebe schlechter: Sauerstoff und Nährstoffe gelangen schlechter in die Zellen und Abfallstoffe werden langsamer abtransportiert.
  • Die Zellen der Gefäßwand können leichter gereizt werden und es können sich kleinere Blutgerinnsel bilden.
Fragezeichen

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