Illustration Stethoskop mit ZuckerstückDiabetes-Diagnose

Diabetes wird durch ärztliche Untersuchungen festgestellt. Nachstehend sind die Verfahren zum Typ 1 und Typ 2 und die relevanten Blutzuckerwerte genauer beschrieben.

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Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung. Der Körper kann kein Insulin mehr produzieren, wodurch die Blutzuckerwerte stark ansteigen. Ohne Behandlung kann das Fehlen von Insulin zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen bis hin zu lebensbedrohlichen Situationen führen. Dabei durchläuft Typ-1-Diabetes mehrere Phasen.

In der ersten Phase können durch Tests bereits erste Autoimmunreaktionen erkannt werden. Die Blutzuckerwerte liegen zu diesem Zeitpunkt noch im Normbereich und es treten keine Beschwerden auf. Dennoch besteht ein Risiko, an Typ-1-Diabetes zu erkranken.

In der zweiten Phase kommt es neben den nachweisbaren Autoimmunreaktionen zu ersten Veränderungen im Zuckerstoffwechsel, sodass die Werte leicht ansteigen.

Erst in der dritten Phase sind die insulinproduzierenden Zellen stark zerstört und der Insulinmangel erheblich. Dies zeigt sich durch typische Symptome, die eine schnelle Diagnose ermöglichen:

  • Starkes Durstgefühl
  • Häufiges Wasserlassen
  • Andauernde Müdigkeit
  • Gewichtsabnahme

Aber: Manchmal werden diese Warnzeichen übersehen oder falsch gedeutet. Das kann zu einer gefährlichen Stoffwechselstörung führen. Um das zu verhindern, kann lange bevor die Symptome auftreten, das Vorliegen von Insel-Autoantikörpern im Blut nachgewiesen werden.

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Typ-1-Diabetes kann schon frühzeitig erkannt und behandelt werden, bevor akute Symptome auftreten. Viele kinderärztliche Praxen bieten hierfür das kostenlose Screening-Programm Fr1da an, das einen einfachen Bluttest zur Früherkennung umfasst.

Diagnose oft zufällig - warum?

Die Diagnose eines Typ-2-Diabetes wird häufig zufällig etwa im Rahmen eines Gesundheits-Check-ups, vor operativen Eingriffen oder bei der Abklärung bereits bestehender diabetesbedingter Folgeerkrankungen anhand unterschiedlicher Blutwerte gestellt. Woran liegt das?

  • Die Erkrankung entwickelt sich häufig über mehrere Jahre hinweg schleichend und leise ohne auffällige Symptome. Erhöhte Blutzuckerwerte führen in der Regel nicht sofort zu deutlichen Beschwerden.
  • Generell sind Blutzuckerschwankungen ein natürlicher Bestandteil auch eines gesunden Stoffwechsels.
  • Erst ab bestimmten Grenzwerten oder bei dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegeln können Symptome auftreten. Dazu zählen unter anderem starkes Durstgefühl, häufiges Wasserlassen, anhaltende Müdigkeit oder Niedergeschlagenheit, eine erhöhte Infektanfälligkeit, verzögerte Wundheilung oder trockene Haut.
  • Diese Anzeichen sind jedoch unspezifisch und werden daher leicht übersehen oder anderen Ursachen wie etwa Stress, Schlafmangel oder hohen Temperaturen zugeschrieben.
  • Darüber hinaus kann sich der Körper in gewissem Maße an erhöhte Blutzuckerwerte anpassen, sodass akute Warnsignale oft ausbleiben.
  • Bei Unterzuckerung schüttet der Körper Stresshormone aus, was sich in Zittern, Schwitzen und/oder Herzklopfen äußert. Bei Überzuckerung fehlen vergleichbar deutliche starke Alarmsignale.

Welche Blutwerte sind für die Diagnose elevant?

Fü die Diagnose werden Blutzuckerwerte, auch Glukosewerte genannt, ausgewertet. Zu ihnen gehören:

Die Werte sind nachstehend genauer erklärt.

Blutzuckerwerte - was wird gemessen?

Wir nehmen Zucker über viele Lebensmittel auf. Während der Verdauung wird er in Traubenzucker (Glukose), umgewandelt und über die Darmwand ins Blut abgegeben. Über das Blut gelangt die Glukose dann zu den Zellen, wo sie als Energie genutzt wird. Fachlich korrekt spricht man hierbei von Blutglukose und bei der Messung von der Glukosekonzentration. Im Alltag sagen wir jedoch meist einfach nur „Blutzucker“.

Der Blutzucker wird entweder in Milligramm pro Deziliter (mg/dl) oder in Millimol pro Liter (mmol/l) gemessen. Die Werte dürfen schwanken, gesund ist es jedoch, wenn sie unterhalb bestimmter Grenzen liegen.

Was ist der Nüchternlutzucker?

Da der Blutzuckerspiegel im Tagesverlauf starken Schwankungen unterliegt – beispielsweise nach dem Essen –, wird häufig der Nüchternblutzucker bestimmt. Dabei wird der Blutzucker nach mindestens acht Stunden ohne Nahrung (maximal zwölf Stunden Fasten) gemessen, um einen stabilen Referenzwert zu erhalten. Die Messung erfolgt durch eine Blutabnahme.

  • Normalbereich: unter 100 mg/dl (5,6 mmol/l)
  • Diabetischer Bereich: 126 mg/dl (7,0 mmol/l) oder höher
  • Grenzbereich / Prädiabetes: 100–125 mg/dl (5,6–6,9 mmol/l)

Liegt der Wert im Grenzbereich, spricht man von einer gestörten Nüchternglukose. Zur weiteren Abklärung wird häufig ein oraler Glukosetoleranztest (oGTT) durchgeführt, bei dem der Blutzucker nach Aufnahme von Zucker über einen Zeitraum von zwei Stunden gemessen wird.

Was ist der Gelegenheitsblutzucker?

Treten bei jemandem typische Diabetes-Symptome wie starker Durst, häufiges Wasserlassen oder anhaltende Müdigkeit auf, kann auch ein Gelegenheitsblutzucker, der aus dem venösen Blut gemessen wird, zur Diagnose von Diabetes herangezogen werden. Die Abnahme erfolgt im nicht-nüchternen Zustand.

Ein Wert von 200 mg/dl (11,1 mmol/l) oder höher im nicht-nüchternen Zustand deutet auf Diabetes hin. Die Diagnose sollte dann zusätzlich mit einem Nüchternblutzucker- oder einem oralen Glukosetoleranztest (oGTT) überprüft werden.

Umgekehrt kann ein Gelegenheitsblutzucker allein nicht genutzt werden, um Diabetes sicher auszuschließen.

Was ist der HbA1c-Wert?

Der HbA1c, oft als Blutzucker-Langzeitwert bezeichnet, gibt an, wie hoch der durchschnittliche Blutzuckerspiegel in den letzten 8 bis 12 Wochen war. Die beiden Buchstaben „Hb“ stehen für Hämoglobin, den roten Blutfarbstoff in den roten Blutkörperchen. Glukose bindet sich an dieses Hämoglobin und je höher der Wert, desto mehr Zucker lagert sich an. Einordnung des HbA1c-Werts:

  • Kein Diabetes unter 5,7 %  bzw. 39 mmol/mol
  • Prädiabetes und erhöhtes Risiko für Diabetes zwischen 5,7 % und 6,4 %
  • Diabetes ab 6,5 % bzw. 48 mmol/mol oder höher

Die Bestimmung des HbA1c erfolgt durch eine Blutprobe. Dabei ist es nicht nötig, nüchtern zu sein.

Liegt der Wert nahe der Diabetesgrenze, empfiehlt sich eine zusätzliche Untersuchung des Nüchternblutzuckers oder ein oraler Glukosetoleranztest (oGTT), um eine Diabetes-Diagnose abzuklären.

Zur Bestätigung der Diagnose müssen ohne typische Symptome mindestens zwei verschiedene Tests auffällig sein oder es sind zwei Messungen an verschiedenen Tagen erforderlich. Bei typischen Symptomen reicht oft ein auffälliger Wert zur Diagnose.

Gerade weil erhöhte Blutzuckerwerte lange unbemerkt bleiben können Gesundheits-Check-ups dazu beittragen, die Erkrankung frühzeitig zu erkennen und das Risiko für spätere Folgeerkrankungen, etwa an Nerven, Augen, Nieren oder dem Herz-Kreislauf-System, zu verringern.

Interessant zu wissen

Die beispielhafte Tageskurve zeigt Glukosespitzen, obwohl der HbA1c-Wert mit 5,0 % noch im gesunden Bereich liegt. Solche Schwankungen deuten jedoch darauf hin, dass das Insulin in den Zellen weniger gut wirkt. Je nach Insulinsensitivität kann der Insulinbedarf, um den Blutzucker zu stabilisieren, über 80 % betragen – und das oft Jahre, bevor der HbA1c-Wert ansteigt. Dies kann auf die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes hinweisen.

Gesünder sind stabile Werte, die auf eine hohe Insulinempfindlichkeit hinweisen. Dann genügen bereits 1–2 % Insulin, um den Blutzucker konstant zu halten.

Chart Blutzuckerkurve

Sensoren zur Messung


In den letzten Jahren ist das Interesse an kontinuierlichen Blutzuckermesssystemen (CGM) gestiegen, da sie ohne herkömmliches Fingerstechen Schwankungen im Minutentakt über den Tag hinweg sichtbar machen. Für Menschen mit (Prä)Diabetes können sie eine sinnvolle Ergänzung sein, um den Blutzuckerverlauf genauer zu überwachen und notwendige Therapien besser anzupassen. Die Kosten werden meist bei einer intensivierten Insulintherapie von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen.

Bei stoffwechselgesunden Personen bringen CGMs nach aktuellem Wissensstand keinen nachgewiesenen gesundheitlichen Vorteil, auch wenn ihre Anwendung derzeit im Rahmen der Prävention diskutiert wird und sie frei verkäuflich sind.

Wer sich dennoch für ein solches Gerät entscheidet, sollte es erst nach einer entsprechenden Einweisung verwenden. Die aktuellen Werte werden stark von Alltagsfaktoren über die letzten Tage beeinflusst, beispielsweise von Art und Umfang der Bewegung oder Sporteinheiten, der Menge, Häufigkeit und Zusammensetzung der Mahlzeiten, der Dauer des Sitzens, dem Stresslevel, der Flüssigkeitsaufnahme und der Schlafdauer.

Konsequenz: Blutzuckerwerte schwanken, selbst dann, wenn an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen zur gleichen Tageszeit dieselben Lebensmittel verzehrt werden.

Ohne das Wissen über die Zusammenhänge können die Werte leicht falsch interpretiert werden, was zu Fehleinschätzungen und ungesünderen Entscheidungen führen kann.

Info für mich: die Sorge an Diabetes zu erkranken ist gering. Bei einer representativen Umfrage mit 1.321 Personen aus dem Jahre 2025 sind 46 % nur gering besorgt und 21 % gar nicht. aus PPT fremde folien DDG Kongress 25